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Der Kirchenführer

Kirchenführer St. Laurentius Kirche Hülzweiler

Entstehung & Beschreibung & Renovierung

Herausgeber: Kath. Pfarramt „St. Laurentius“ Hülzweiler
Redaktionelle Bearbeitung: Heinz Bernard, Günther Altmaier, Otmar Fechler

 

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Gedanken zur Restaurierung unserer Pfarrkirche in den Jahren 1978 ‑ 1981

(Herausgeber: Kath. Pfarramt „St. Laurentius“ Hülzweiler 1999

Redaktionelle Bearbeitung: Heinz Bernard, Günther Altmaier, Otmar Fechler)

Bauliche Veränderungen weisen hin auf eine gewandelte Theologie, auf eine Veränderung im Gottesbild und im Kirchen­bild und dokumentieren einen anderen pastoralen Ansatz. Das zeigt sich auch in baulichen Veränderungen unserer Kirche, in den Bildern und in der weiteren farblichen Ausgestaltung. Über dem Altarraum hieß früher die Aufschrift: „Der Herr wohnt in seinem heiligen Tempel, es schweige vor ihm die ganze Erde." Hinter diesem Wort des Propheten Habakuk verbirgt sich die Vorstellung: Gott ist der Gewaltige, der Majestätische, der Erhabene, der ganz Andere, der Überwältigende, der Überlegene, der den Menschen ver­stummen läßt und in die Distanz zwingt. Die Kommunionbank war durch eine Mitteltür abschließbar, rechts und links durch eine dicke Kordel abgeschlossen. Sie trennte den Kirchenraum vom Altarraum deutlich ab, sie wirkte wie eine Schranke oder wie eine Barriere, die die Gläubigen vom Priester und den anderen Altardienern deutlich abhob. Der Pastor stand der Gemeinde gegenüber, war ihr Vorsteher, war ihr Herr, ging als der Hirte mit gutem Beispiel voran. Die Gottesdienstgemeinde war wie eine geordnete Schlacht­reihe. Sie stand in Marschordnung hinter ihrem Seelenführer vor dem allmächtigen Gott. Einheitlichkeit und Geschlossen­heit kirchlichen Lebens war gewährleistet. "Man wußte, wo man dran war." Die Kanzel stand der Verkündigung zu Diensten. Der Prediger, der sie bestieg, thronte über den Gläubigen und kanzelte die Laien nicht selten ab. Die Kanzel verführte leicht zu übertriebenem Pathos und zu einem abgehobenen Redestil.

Nun brachte das II. Vatikanische Konzil ( 11.10.1062 – 08.12.1965 ) einige Veränderungen.

Die Neubesinnung der Kirche auf das Eigentliche ihres Auftrags, nämlich Trägerin der Heilssendung Christi zu sein, war begleitet von Veränderungen, ohne daß damit das überlieferte Glaubensgut verfälscht oder eingeschränkt wurde.

Nicht der Pastor allein ist die Kirchengemeinde, sondern alle Christen tragen gemeinsam mit an der Heilssendung der Kirche, jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

So wird diese gemeinsame Verantwortung deutlich durch die Übernahme von Verantwortung in der konkreten Gemeinde, sei es als Mitglied in den verschiedenen Räten, Gruppen oder Gruppierungen, sei es als Lektor oder Kommunionspender der heiligen Messe, sei es im Dienst des täglichen Betens und tätiger Nächstenliebe.

Der Apostel Paulus vergleicht diesen vielgestaltigen Dienst mit dem Leib und den vielen Gliedern. Jesus Christus ist und bleibt das Haupt dieses Leibes.

Diesem theologischen Wandel entsprachen auch die Veränderungen im Kirchenraum. Die Kirche verstand sich auf einmal als Volk Gottes unterwegs, nicht mehr als die geordnete Schlachtreihe. Die Wahrheit mußte neu gesucht werden. Nichts war mehr so sicher wie ehemals geglaubt. Gott war nahe den Unsicheren und Suchenden. Die persönliche Gewissensentscheidung gewann an Bedeutung. Das Volk Gottes sah sich verwiesen auf einen Weg, der noch nicht ausgeschildert war und erstmals neu begangen werden mußte.

Der Volksaltar trat in die Mitte statt des frühere Hochaltars. Er symbolisierte Christus als Herrn und Meister. „Nur einer ist euer Meister, Christus, ihr alle aber seid Schwestern und Brüder." ( Mt. 23,8 ) Die fundamentale Gleichheit aller Gläubigen durch Taufe und Firmung wurde betont. Der Priester wurde in die Gemeinde integriert. Alle Gläubigen zusammen bilden den geheimnisvollen Leib Christi ohne Privilegien und Vorrechte einiger Amtsträger, wohl mit unterschiedlicher Verantwortung und unterschiedlichem Dienstauftrag. Alle verstehen sich als Mitfeiernde, als "circumstantes", bilden die "actuosa participatio", sind im Herrn und im Geist versammelte Schwestern           und Brüder. Die Überschrift imKirchenraum heißt auf einmal freundlich und einladend:

"Komm, Herr Jesus" oder "Maranatha".

Jesus ist unser aller Bruder und Wegbegleiter im Glauben. Er lädt ein zur Mitarbeit und setzt auf die menschliche Freiheit. Er führt seine Kirche im Heiligen Geist, er geht alle Wege mit uns, er verläßt uns nicht, er bleibt bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt. ( vgl. Mt. 28, 20 ) Die Kirche als “Volk Gottes unterwegs“ ist der fortlebende Christus in dieser Welt. Was in der Geheimen Offenbarung versprochen ist, trifft zu: "Der Geist und die Braut sagen: „Komm! Wer hört, der rufe komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, der empfange umsonst das Wasser des Lebens ... . Er, der dies bezeugt, spricht:

„Ja, ich komme bald. ‑ Amen.

Komm, Herr Jesus!

Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!"

(Apk 22,17. 20‑21)

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Die neuen Fenster

(Herausgeber: Kath. Pfarramt „St. Laurentius“ Hülzweiler 1999

Redaktionelle Bearbeitung: Heinz Bernard, Günther Altmaier, Otmar Fechler)

Durch die Kriegseinwirkungen in den Kriegsjahren 1944/45, die im Frühjahr 1945 zum Einsturz der Kirchendecke und des Rabitzgewölbes führten, waren auch die Kir­chenfenster der ersten Generation mit Motiven aus dem Leben unseres Pfarrpatrons Laurentius und mit Szenen aus dem Leben Christi weitgehend zerstört. Nach provi­sorischen Erhaltungsmaßnahmen in den ersten Nachkriegsjah-

ren erfolgte als letzter Abschnitt einer umfassenden Kirchenrenovierung, die Pastor Josef Rommelfanger 1963/64 einleitete, im Jahre 1967 die komplette Erneuerung der Kirchenfenster unter der Bauleitung von Architekt Klaus Hoffmann, Saarlouis. Den Auftrag dazu erhielt der Trierer Maler und Glasmaler Reinhard Heß (1904‑1998). Sein Erstlingswerk, ein spätgotisches Fenster in der Mattias‑Basilika in Trier, hatte eine Vielzahl wei­terer kirchlicher Aufträge zur Folge, darunter auch zehn Arbeiten in Sakralbau­ten des Saarlandes, die in den Jahren 1953 ‑ 1967 entstanden. Als letzte davon, und wohl auch als eine der bedeutenderen Arbeiten hinterließ der angesehene Künst­ler die Gestaltung der 13 Fenster in unserer Pfarrkirche, deren Ausführung – wie bei den meisten seiner übrigen Arbeiten auch ‑ der Trierer Glasmalerei Kaschenbach oblag. Den Fenstern in unserem Gotteshaus liegen Motive aus dem Alten, wie auch aus dem Neuen Testament zugrunde. In ihrer Dissertation „ Reinhard Heß ‑ Maler und Glas­maler in Trier“ (herausgegeben 1997 vom Städtischen Museum Simeonstift Trier) hat sich die Trierer Wissenschaftlerin, Frau Dr. Bärbel Schulte, mit dem Leben und Wirken des Künstlers befaßt und dabei auch die Hülzweiler Kirchenfenster be­sprochen. Lassen wir der Authentizität wegen Frau Dr. Schulte selbst zu Wort kommen:

„Das erste Fenster des linken Seitenschiffes symbolisiert die Schöpfung. Wirbeln­de Sonnen bzw. Planeten, rot bzw. mit roter Aura versehen, stehen stellvertretend für das Chaos, das herrschte, bevor Gott mit ordnender Hand eingriff. Mittels schwungvoll geführter Bleiruten, die diese Planeten umkurven, wird der Eindruck einer rotierenden Bewegung erreicht. Ein dunkelgrauer breiter Streifen bildet den Hintergrund des Mittelteiles, um die Finsternis bzw. die Trennung von Licht und Schatten anzudeuten. Der überwiegende Teil des Fensters ist jedoch in hellgrauen und weißen Tönen gehalten, um genügend Licht in den Raum fallen zu lassen. Das Fenster rechts daneben behandelt ebenfalls ein Thema des Alten Testaments, die Eherne Schlange. Wie die Schöpfung, die allein um Christi Willen geschah, bezieht sich auch die Eherne Schlange auf ihn, ist Symbol seiner Kreuzigung, gleichzeitig jedoch auch Symbol der Hoffnung auf Errettung. Dem Schöpferfenster gegenüber liegt das Fenster mit der Darstellung des Himmli­schen Jerusalems, das das alte Jerusalem abgelöst hat, als ein burgähnliches Ge­mäuer mit drei Portalen. Ein strahlender Stern steht darüber, der möglicherweise auch eine Deutung als Stern von Bethlehem zulassen könnte.

Der Ehernen Schlange, die oft auch als Symbol für das Alte Testament steht, ist das Fenster mit Johannes dem Täufer gegenübergestellt, der den Übergang vom Alten zum Neuen Testament kennzeichnet. Er ist barfüßig dargestellt, mit einem erhobenen Arm, der ihn als Redner ausweist, als Verkünder des kommenden Heils.

Die großen Fenster des Vorchores ‑ je zwei auf jeder Seite, behandeln nun Themen des Neuen Testaments. Die Menschwerdung Christi wird auf der linken Seite darge­stellt, durch die Verkündigung an Maria. Der geflügelte Verkündigungsengel steht nach rechts gewandt etwa in der Mitte des Fensters, während Maria sich in der rech­ten unteren Ecke des Fensters demütig zu seinen Füßen neigt. Im daneben liegenden Fenster wird das Leiden Christi durch die Darstellung des Schmerzensmannes versinnbildlicht. Christus sitzt mit gesenktem Haupt und geschlossenen Augen zusammengesunken in der unteren Bildhälfte und stützt sich auf einen langen Stab, den er schräg vor sich hält. Der obere Teil ist beherrscht von einer großen Dornenkrone, als Symbol seiner Passion.

Die Erhöhung Christi wird auf der rechten Seite dargestellt durch die Auferstehung. Christus steht mit weit aufgerissenen Augen über dem geöffneten Grab. Er hält Arme und Hände erhoben, sodaß seine Wundmale erkennbar sind. Das rechts daneben liegende Fenster wird beherrscht durch ein riesiges rot hin­terlegtes Kreuz, das etwas zur Seite geneigt ist. Im unteren Teil klammert sich ein verängstigt blickender Mensch an einen Anker, während er zu dem Kreuz auf­blickt. Diese Szene soll das Jüngste Gericht symbolisieren und das Kreuz als Anker unserer Hoffnung. Alle Fenster sind von ihrer Farbigkeit auf Weiß und verschiedene Grautöne be­schränkt, wirken auf den ersten Blick fast wie Grisaillen, die jedoch durch sparsam verteilte rote Einsprengsel belebt wurden. Hier spiegeln sich, noch deut­licher als in den Fenstern von Mariahilf, Koblenz‑Lützel, die Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die zurückhaltende Farbigkeit liegt aller­dings zusätzlich auch darin begründet, daß es sich um einen neobarocken Bau han­delt, der an sich schon keine grell‑bunten Fenster zugelassen hätte. Die kühlen Töne verleihen dem Raum Helligkeit und Weite, die Fenster erhalten eine schwebende Leichtigkeit, wirken fast wie entmaterialisiert. Heß hat sich hier in der Farbigkeit gut dem architektonischen Charakter angepaßt, obwohl die Figuren vom Maßstab her etwas zu groß wirken.

Die Ovalfenster der beiden westlichen Kapellen stammen ebenfalls von Heß. Sie sind rein ornamental gehalten.

In der linken Kapelle, die als Taufkapelle diente, befindet sich außerdem ein run­des Betonfenster, welches eine Taube zeigt, die von rechts oben herab fliegt. Sie symbolisiert den Hl. Geist, der bei der Taufe Christi erschien, und der durch das Wasser der Taufe gespendet wird.“

Bewertung: 3 / 5

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Das neue Deckengemälde

(Herausgeber: Kath. Pfarramt „St. Laurentius“ Hülzweiler 1999

Redaktionelle Bearbeitung: Heinz Bernard, Günther Altmaier, Otmar Fechler)

Foto: 2012 von Hans Günter Groß

In den Jahren 1980/81 wurde unsere Pfarrkirche einer umfassenden Renovierung un­terzogen, die Pastor Franz‑Josef Biesel unter der Bauleitung von Architekt Klaus Hoffmann in Auftrag gab. Die umfangreichen Renovierungs‑ und Restaurierungsarbeiten lagen in den Händen des traditionsreichen oberschlesischen Familienunternehmens der inzwischen allerdings bereits verstorbe­nen Gebrüder Arnold und Günter Mrziglod, die nach den schrecklichen Nachkriegsereig­nissen im saarländischen Tholey eine neue Heimat fanden. Neben der prachtvollen Ausmalung des gesamten Gotteshauses und der barockbetonten Restaurierung der Innenausstattung mit Hochaltar, Kanzel und Statuen sowie der farblichen Gestaltung des neuen Orgelprospektes gelang dabei vor allem dem Restaurator Arnold Mrziglod mit unserem herrlichen Deckengemälde ein Werk mit überzeugender Aussagekraft. Das über der Vierung plazierte Gemälde spiegelt das Martyrium unseres Pfarrpatrons, des Hl. Laurentius, wieder. In seiner dezent ‑ harmonischen und betont auf den übrigen Rahmen des Kircheninnern abgestellten Farbgebung zeigt es in der linken Hälfte den Heiligen ‑ umgeben von seinen Getreuen ‑ auf dem Feuerrost, wie er, seinen Blick flehend zu Gott erhoben, um Aufnahme ins Himmelreich bittet. Gott und den Märtyrer verbindet dabei ein ver­heißender Gnadenstrahl. Engel eilen Laurentius entgegen, um ihm den Weg durch das von Girlanden umrankte Himmelstor zum Throne des himmlischen Vaters zu bereiten. Auf der gegenüberliegenden, rechten Bildhälfte erkennt man das Gerichtsgebäude des römischen Kaisers, Valerian,  in dem die Aburteilung von Laurentius erfolgte. Davor stehen römische Soldaten Wache; Arme und Geschundene vor sich versammelt, die Lau­rentius dem Gericht als "seine Schätze" präsentierte.

Auch zeitlich Gegenständliches hat der Künstler in seinem Werk verarbeitet: Motive mit Bezug auf das heutige Hülzweiler. Im Hintergrund des Gemäldes das Hülzweiler Gotteshaus selbst sowie die Grube Ensdorf. Daneben, in der rechten Bildhälfte, die heimische Laurentiuskapelle; an der Balustrade des Gerichtsgebäu-

des einen Bergmann­ mit dem Wappen der Gemeinde Schwalbach in seinen Händen. Zeitlos originell hat Mrziglod das Brauchtumswahrzeichen unseres Ortes mit einbezogen: es liegt in Form der obligaten "Boll" auf der Balustrade. Mit dieser Verbindung zwischen Ehemaligem und Jetzigem wird dem Betrachter eine Brücke über die Zeitspanne von nahezu zwei Jahrtausenden geschlagen. Nach der Überlieferung erlitt der Hülzweiler Pfarrpatron, Erzdiakon Laurentius, am 6. August des Jahres 258 zusammen mit Pabst Sixtus II. und neun anderen Märtyrern den Märtyrertod. Er wird als Patron der Armen, Bibliothekare, Köhler und Bäcker verehrt und bei Verbrennungen und Hexenschuß angerufen. Sein Na­mensfest wird am 10. August gefeiert, das gleichzeitig auch jährlicher Anlaß für das fünftägige Hülzweiler Kirchweihfest ist.

Wie viele Kirchenmaler, hat auch Arnold  Mrziglod  bei der Schaffung seines Werkes zeitgenössische Personen als Modelle für dargestellte Figuren benutzt. Eingeweihte wissen, daß in einem der römischen Soldaten der seinerzeitige Ortspfarrer Hülzwei­lers, Pastor Franz‑Josef BIESEL, dargestellt ist, in dessen Amtszeit die Kirchen­renovierung fiel. Daß der vor der Balustrade sitzende geschundene Arme die Gesichtszüge des ehemaligen Kaplans Mathias MARX trägt; daß für den wappentragenden Berg­mann ein ehrenamtlicher Kirchenmitarbeiter Modell gestanden, und der Künstler in der Person eines dem Märtyrer beistehenden Samariters das Andenken an den kurz zu­vor tödlich verunglückten Sohn einer Hülzweiler Familie lebendig gehalten.

In den das Gemälde begrenzenden Zwickeln sind die Wappen des Pabstes und des Trie­rer Bischofs, sowie Gefangenenturm und Feuerrost als Symbole für den Märtyrertod des Pfarrpatrons dargestellt. Die Medaille trägt die Inschrift: "Komm Herr Jesus“, der das aramäische  Wort „MARANATHA“ unterlegt ist, das einen liturgischen Bekenntnisruf des Frühchristentums wiedergibt, der bereits im Neuen Testament überliefert ist, und frei übertragen in dem Ausspruch "Komm Herr Jesus“ zum Aus­druck kommt.

Ein weiteres Zeugnis seiner großen Restauratorenkunst hat Arnold Mrziglod mit der Ausmalung der Hülzweiler Laurentiuskapelle hinterlassen, die das ebenfalls kunst­voll restaurierte Gnadenbild der „Drei Mareien „ birgt, dessen Ursprung nach wie vor im Dunkeln liegt, dessen Anziehungskraft auf die Hülzweiler Gläubigen und pilgernde Besucher aber immer noch ungebrochen ist.

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Unsere Glocken

(Herausgeber: Kath. Pfarramt „St. Laurentius“ Hülzweiler 1999

Redaktionelle Bearbeitung: Heinz Bernard, Günther Altmaier, Otmar Fechler)

Während ihrer 72 jährigen Geschichte wurden in der Pfarrkirche zu Hülzweiler aus dem Jahre 1837 dreimal neue Glocken installiert, und obwohl der zweite Weltkrieg vor der  Tür stand, entschloss man sich 1937 ein größeres Geläute mit vier Glocken cis – e – fis – a anzuschaffen. Die vier Glocken, die von der Glockengießerei F. Otto in Hemelingen gegossen worden waren, wurden am 25. Juli 1937 Christus König (cis), St. Laurentius (e), St. Barbara (fis) und der Mutter Gottes (a) geweiht. Nun hatten wir ein Geläute, mächtig und festlich wie es unserer schönen Pfarrkirche würdig war. Am 30. Juli läuteten die Glocken zum ersten Mal und trugen das Te Deum - Motiv weit ins Land hinaus. Das Gesamtgewicht der vier Glocken betrug 107 Ztr, wobei die Cis – Glocke allein 47 Ztr. wog. Die St. Barbara – Glocke trug bezeichnender Weise folgende Inschrift: „ Den toten Brüdern des Weltkrieges bin ich geweiht, ihre Treue und Liebe zu künden allzeit, dass immer möchte Frieden sein auf Erden, und wir alle dereinst im Himmel vereinigt werden.“ Dieser fromme Wunsch ging leider nicht in Erfüllung. In der Not des Krieges griff der Staat 1942 zum zweiten Mal nach den geweihten Glocken und beschlagnahmte die drei größten. Nun musste man wieder mit einer Glocke auskommen. Die kleinste aus dem Geläute, die Marienglocke, begleitete die Menschen 11 Jahre lang auf ihrem Lebensweg, bis 1953 die Firma Mabilon/Saarburg  vier neue Glocken goß mit der gleichen Abstimmung cis – e – fis – a und einem Gesamtgewicht von 5 180 kg. Die cis – Glocke, Christ – König geweiht, wiegt 2 300 kg und hat  einen Durchmesser von 152 cm, die e – Glocke, St. Laurentius, wiegt 1300 kg bei einem Durchmesser von 127 cm, die fis – Glocke, St. Barbara, hat 950 kg bei 110 cm Durchmesser und die a Glocke, St. Maria,  hat bei 94 cm ein Gewicht von 580 kg. Die „Ave Glocke“ aus dem alten Geläute wurde mit eingeschmolzen.

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Die Orgel

(Herausgeber: Kath. Pfarramt „St. Laurentius“ Hülzweiler 1999

Redaktionelle Bearbeitung: Heinz Bernard, Günther Altmaier, Otmar Fechler)

Die erste Orgel aus dem Jahre 1867 wurde 1929 durch eine neue ersetzt, die im zweiten Weltkrieg schwere Schäden erlitt. Nach größeren Reparaturarbeiten stand sie dann aber noch über dreißig Jahre im Dienste der Kirchenmusik. Am 06.12.1981 wurde in einem feierlichen Hochamt die neue Orgel eingeweiht. Für die Disposition dieses gewaltigen Instrumentes war der damalige Domorganist und heutige Domkapellmeister von Speyer, Prof. Leo Krämer, verantwortlich.

Die Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath aus Hamburg hat hier ein Werk geschaffen, das in seinen Ausmaßen, seinen musikalischen Möglichkeiten und in seinem dem Barock nachempfundenen Gehäuse von Walter Laible in unserem gewaltigen Gotteshaus seinen gebührenden Platz erhalten hat. 38 Register sind auf drei Manuale und Pedal verteilt. Sechs mechanische Setzerkombinationen, fünf Kopplungen und ein Registerschweller dienen als Spielhilfe. Die Spieltraktur ist rein mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Die Orgel besitzt ca. 2 800 Pfeifen aus Zinn und Holz, wobei die größte etwa 5 m und die kleinste etwa 7 mm mißt. Die Gesamtinvestitionen für dieses imposante Werk betrugen rund 550 000 DM.

   

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© Hans Günter Groß