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Chronologischer Rückblick von Heinz Bernard

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Unser Dorf nach dem 30 jährigen Krieg

(von Heinz Bernard)

Es war zu jener Zeit ein „Weiler“, also eine Ansammlung von verstreut liegenden Gehöften. Unser Dorf war nach dem 30 jährigen Krieg völlig zerstört und unbewohnt, wie man aus einer Eintragung in den Zinsbüchern des Kloster Fraulautern von 1656 nachlesen kann: „Hültzweiler ist jetzt so unbewohnt wegen Kriegsläuffd…“ Von den aus verschiedenen Tabellionsakten bekannten Familien während des 30 jährigen Krieges – Groß, Beckerhans, Linden (Linn), Naumann, Kieffer alias Küfer, Kister und Küster, Lehnmeyer, haben nur zwei überlebt, die zu den ersten Bewohnern nach dem Krieg zählen. Die gleichen Zinsbücher verzeichnen 1671 schon wieder 4 Haushaltungen am Ort:

  1. Adam Kisters Erben, - auch Küster oder Kiefer geschrieben - die Nachkommen des 1625 in Hostenbach geborenen Adam Kister. „Er kam mit 9 Jahren nach Bous und diente dort als Tagelöhner und Kuhhirte bei Johannes Löw, Johannes Müller und der Witwe des Johannes Löw. Zuletzt wohnte er in Hiltzweiller und war Kuhhirte. Seine Frau Maria war aus dem „Lützelburger Land“. Sein Vater Peter Küster war in den Niederlanden geboren und auch Gemeindsmann in Hostenbach gewesen. Die Mutter war eine geborene „Hostin“, also geboren in Hostenbach. „Simon – oder Seibert, Gilbert - Kister, der Sohn von Adam, ist 1655 geboren in Bous. Er ernährte sich vom Feldbau und ist Jäger und Kuhhirte zu Hiltzweiller. Bis zu seinem 15. Lebensjahr half er seinem Vater beim Viehhüten in Bous, dann zogen sie nach Hiltzweiller. Er heiratete um 1680 Catharina Schmitt, die Tochter des Mathias Schmitt aus Hiltzweiller. Er wird 1703 als Hochgerichtsmeier erwähnt. Nach 1723 verstarb er in Hülzweiler.“ (Saarl. Familienkunde Bd.2 Seite 1872 – 75)
  2. Altmeyers Erben, die Nachkommen des alten Meyers. Es könnte sich hier um die Kinder des „Alt Meyers“ Augustin handeln.
  3. Heinrichs –
  4. Hanß Huppert, der im Jahre 1696 als Meier von Hülzweiler genannt wird.

 

10 Jahre später – 1681 – entrichteten wieder 6 Familien ihre Abgaben an das Kloster.

  1. Seibert Kiefer, Kister – besagter Simon Kister, Adams Sohn – er ehelichte um 1680 Catharina Schmitt. Sie hatten drei Söhne und eine Tochter
  2. Peter Lynden, Linn – Meier, Sohn des Alt- Meyers – Er ist um 1655 in Hiltzweiller geboren, war Ackerer und Meier und heiratete in 2. Ehe am 06.02.1684 in Saarwellingen Lang Elisabeth, die Tochter des Meiers von Lisdorf. Sie hatten 3 Söhne und 2 Töchter.
  3. Heinrich Schmitt – Schwager des Seibert Kiefer – Er war Ackerer und heiratete vor 1675 Martha, die Schwester des Seibert Kie- fer. Sie hatten 3 Söhne und 3 Töchter.
  4. Hubert Leymeier, Lehnmeier
  5. Arnold Bascour, Arent Bacon – Er war Ackerer und Bedien- steter der Abtei Fraulautern. Er war um 1650 in Kirchhofen geboren und verstarb nach 1708 in Hülzweiler. Vor 1680 heira- tete er Gries Anna und hatte mit ihr 2 Söhne und 2 Töchter.
  6. Matthias Gries – ein Bruder der Gries Anna, geboren um 1655 und verheiratet vor 1681 mit Neubecker Margaretha. Sie hatten 3 Söhne und 2 Töchter. Seine Eltern stammten aus Rothendorf.

1682 kam noch hinzu:

  1. Hans Peter Gries, ein Bruder des Matthias 1684 : 8. Johann Adam Weiler, aus Noviant an der Mosel. Am 06.02.1684 heiratete er die Tochter des Meiers von Hülzweiler, Linn Elisa- beth. Sie hatten 4 Töchter und 1 Sohn. 1711 sind es bereits 15 Familien, die Hülzweiler ansässig sind. Nach diesem kurzen Abschweifen zu den Einwohnern der damaligen Zeit nun zurück zu unserer ältesten Karte. Sie zeigt einen Ausschnitt der Umgebung von Saarlouis

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Älteste Karte unserer Heimat

(von Heinz Bernard)

um 1700

Sie zeigt einen Ausschnitt der Umgebung der Festung Saarlouis mit so viel detaillierten Angaben, dass sie mich zur Annnahme führen, dass diese Karte kurz nach dem Festungsbau angefertigt wurde. So z. Bsp. die Angaben über die Lager verschiedener Armeeabteilungen wie „Houssar, Postes 44 ½, Piquert, Bourg Dauphin“. Aus verschiedenen dieser Lager entstanden dann die Orte „Picard“, das mit dem Festungsbau 1680 entstand, „Bourg Dauphin“ = Lager des Thronfolgers, im Volksmund „Bedofingen“, heute Neuforweiler, das im Jahre 1794 gegründet wurde, u.a. auch durch Flüchtlinge aus der frz. Festung Mont-Royal, einer ehemaligen Festung von Traben – Trarbach, die im Zuge des Friedens von Iswijck 1697 geschleift wurde. Auch die alte Bezeichnung „Loutre“ für Fraulautern deutet auf die frühe Anfertigung dieser Karte hin, zumal 1695 zur Pfarrei Kirchhofen, das ja gemeinsam mit dem Ortsteil „Lautern“ um das Kloster herum, den Ort Fraulautern bildete, links der Saar Niederlimberg, St. Barbara, Picard und Beuaumarais auch der kleine Weiler „Fours le Chaux“ = Kalkofen unterhalb von Felsberg gehörte. Auf dieser Karte ist der Grenzverlauf zwischen der Grafschaft Saarbrücken und dem Herzogtum Lothringen, wie er im Vertrag von 1581 (siehe Seite 3) vereinbart wurde, der die Trennung der beiden Ortschaften Schwalbach und Griesborn besiegelte, deutlich zu erkennen. Von dieser ist sowohl die Zeit der Herstellung als auch der Kartograf unbekannt. Deshalb möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass die Zeitangabe der Anfertigung dieser Karte nicht amtlich ist. Die Fotokopie der nächsten Karte stellt einen Ausschnitt aus der ersten Karte dar, der unmittelbar unser Dorf betrifft. „Hiltzweiller“, so war die Schreibweise unseres Ortsnamens zur damaligen Zeit, ist gekennzeichnet mit einer Kirchenruine, unserer Kapelle „St. Laurent“ im Osten und der Mühle im Westen. Es war zu jener Zeit ein „Weiler“, also eine Ansammlung von verstreut liegenden Gehöften. Unser Dorf war nach dem 30 jährigen Krieg völlig zerstört und unbewohnt, wie man aus einer Eintragung in den Zinsbüchern des Kloster Fraulautern von 1656 nachlesen kann: „Hültzweiler ist jetzt so unbewohnt wegen Kriegsläuffd…“ Von den aus verschiedenen Tabellionsakten bekannten Familien während des 30 jährigen Krieges – Groß, Beckerhans, Linden (Linn), Naumann, Kieffer alias Küfer, Kister und Küster, Lehnmeyer, haben nur zwei überlebt, die zu den ersten Bewohnern nach dem Krieg zählen. Die gleichen Zinsbücher verzeichnen 1671 schon wieder 4 Haushaltungen am Ort.

  1. Adam Kisters Erben
  2. Altmeyers Erben, die Nachkommen des alten Meyers. Es könnte sich hier um die Kinder des „Alt Meyers“ Augustin handeln.
  3. Heinrichs
  4. Hanß Huppert, der im Jahre 1696 als Meier von Hülzweiler genannt wird.

Die Fotokopie einer ersten Karte stellt einen Ausschnitt aus einer Karte unbekannter Herkunft dar, Zeit und Kartograf sind unbekannt. „Hiltzweiller“, so war die Schreibweise unseres Ortsnamens zur da-maligen Zeit, ist gekennzeichnet mit einer Kirchenruine, unserer Kapelle „St. Laurent“ im Osten und der Mühle im Westen. Es war zu jener Zeit ein „Weiler“, also eine Ansammlung von verstreut liegenden Gehöften:

Karte von Hülzweiler um 1700

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Holtzweiller 1705

(von Heinz Bernard)

Auf diesem originalgetreuen Faksimile – Reproduktion einer Kupferstichkarte aus dem Jahre 1705 von dem frz. Kartografen Charles Alexis Hubert Jaillot (1632 – 1712) im Auftrag des frz. Königs Ludwig XIV angefertigt, liegt „Holtzweiller“ kurioserweise auf der linken Saarseite bei „Listorff“, wogegen das eigentliche Holtzweiller zwischen Schwalbach und Wellingen nicht eingezeichnet ist. Es ist anzunehmen, dass es sich hier um eine Verwechselung zwischen „Holzmühle“ bei Lisdorf und „Holtzweiller“ handelt. Auf dieser Karte taucht auch zum ersten Male die Ortsbezeichnung „Querchove“ = Kirchhofen in unmittelbarer Nähe von „Frauloutre“ auf, das bekanntlich Sitz der Pfarrei „Loutre“ war. Nach den Reunionskriegen, die 1688 zwischen Deutschland und Frankreich entbrannten, wurde Lothringen wieder selbständig, die Grafschaft Saarbrücken kam wieder zum Reich, und Hülzweiler wie auch Griesborn verblieben nach dem alten Grenzverlauf beim Kloster Fraulautern, und damit lothringisch. Hochgerichtsherrin war die Äbtissin Odilia Braun von Schmittburg. Im Jahre 1708 zählte das Dorf 75 Einwohner, davon 37 Jugendliche. Pierre Linden (Linn) war „Maire“ und Jean Adam Viller (Weiler) Gerichtsschöffe.

Hülzweiler auf Reproduktion einer Kupferstichkarte aus dem Jahre 1705 von dem frz. Kartografen Charles Alexis Hubert Jaillot (1632 – 1712) im Auftrag des frz. Königs Ludwig XIV

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Hultzweiler um 1780

(von Heinz Bernard)

Nach dem Tode des Herzogs Stanislaus von Lothringen im Jahre 1766 wurde das Herzogtum laut Wiener Vertrag dem französischen Staate einverleibt. Hülzweiler war wieder einmal französisch, aber immer noch unter der Grundherrschaft des Klosters Fraulautern, dessen Äbtissin zu jener Zeit Maria Helena von Rathsamshausen war. Am 05. September 1777 wurde eine neue Landvermessung durchgeführt und die Reichs- und Banngrenzen neu festgelegt. Der Verlauf dieser Grenze ist auf unserer Karte eindeutig zu erkennen. Sie trennt die Oberämter, die Hochgerichtsbezirke, die Meiereien und die freien Reichsherrschaften Saarwellingen und Schwarzenholz auf deutscher Seite und die „Baillage de Saarlouis“ - Regierungsbezirk,- die „Abbayage de Wadgassen“ – Abteiherrschaft – und die „Seigneuries“ - Herrschaften – auf französischer Seite. Der alte „maire“ – Ortsvorsteher – von Hultzweiler, Johannes Schwinn, der am 15.11.1778 im Alter von 60 Jahren verstarb, war mit Anna Jacob verheiratet. Sein Nachfolger im Amte wurde der fünfundvierzig jährige Jean Jungmann, der mit Anna Maria Bascour verheiratet war. Er war Ackerer und Fuhrmann und versah das Amt des „Maire“ bis zu seinem Tod am 18.05.1798. Sein Stellvertreter, der „Adjoint de maire“, hieß Nikolaus Wolf. Pfarrer unseres Dorfes war von 1750 – 1785 Hermann Behm und von 1785 – 1793 Nikolaus Leistenschneider. Franziskus Lin war seit dem Jahre 1766 „Maitre d`ecole“, Schulmeister. Mit dem Amt des Lehrers war auch gleichzeitig das Küsteramt verbunden. Beide Ämter versah Franziskus Linn bis zu seinem Tode im Jahre 1799. Danach übernahm sein ältester Sohn, der Schreinergesell Franz, beide Ämter bis 1810. Mit der französischen Revolution, die im Jahre 1789 ausbrach, änderte sich in sozialer und herrschaftlicher Hinsicht für unser Dorf einiges grundsätzlich. Die Leibeigenschaft wurde abgeschafft und Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verkündet. Das Kloster Fraulautern wurde säkularisiert, die Stiftsdamen verließen am 21.02.1791 ihre Heimstatt und flohen auf reichsdeutsches Gebiet nach Schwarzenholz. Hultzweiler gehörte nach der Neugliederung zum Kanton Saarlouis.

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Hültzweiler um 1815

(von Heinz Bernard)

Diese Fotokopie einer Gebietskarte (Seite 16/17) zeigt einen Ausschnitt einer topografischen Karte (1:25000), erstellt durch französische Ingenieur-geografen unter Oberst Tranchot zwischen 1803 und 1813 in Fortführung durch preußische Offi-ziere unter Generalmajor Frh. von Müffling zwi-schen 1816 und 1820. Wir erkennen wir zum ersten Male die Anlage eines Straßendorfes mit dem cha-rakteristischen Straßenbild, das an einen mensch-lichen Körper erinnert: die ausgestreckten Arme – die Hild und der Schwalbacher Berg – der Kopf in der Schwarzenholzer Straße und die beiden Beine – die Fraulauterner Straße und die Ensdorfer Stras-se. Die Capelle im Osten und die Mühle im Westen sind zwei markante Punkte unseres Dorfbildes. Hultzweiler hatte zur damaligen Zeit 396 Ein-wohnern, die in 80 Haushaltungen lebten. Der „Maire“ war von 1802 – 1815 der Sohn des gleich-namigen „Altmeiers“ Jean Jungmann und sein Nachfolger von 1815 – 1848 Johann Peter Schwinn. Als Folge der französischen Revolution war Hultz-weiler von 1793 – 1817 ohne Seelsorger. Erst im Jahre 1817 übernahm Peter Frank das Pfarramt in unserem Dorf und verwaltete es bis 1824. Vor-sänger, Küster und Schulmeister war der am 23.05.1780 in Düppenweiler geborene und spätere Schmiedegeselle Paul Kniesbeck von 1808 – 1838. Politisch gesehen gehörte Hultzweiler zu Frank-reich.

   

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