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Schule in der Feldstraße (unteres Schulgebäude)

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Die Schule in der Feldstraße

(Heinz Bernard)

Im Jahre 1912 konnte das neue Schulhaus bezogen werden. Bei einer Einwohnerzahl von 2987 mussten 667 Schüler betreut werden. Die Lehrerwohnung in dem Neubau wurde von dem damaligen Rektor Johann Scheidt bezogen. Im zweiten Weltkrieg wurde die Schule völlig zerstört. Auf den Grundmauern wurde sie 1950/51 neu erstellt: 6 Klassenzimmer, 1 Lehrerzimmer, 1 Konferenzraum, 1 Büro, 1 Dienstwohnung, 1 Schüler- und 1 Volksbad. Erster Rektor an dieser Schule war Herr Matthias Kohn. Im Herbst 1987 wurde der Schulbetrieb eingestellt. Das Gebäude wurde von Privatgesellschaften und örtlichen Vereinen genutzt.  Im Jahre 2002 wurde das ehemalige Schulhaus saniert und zum Bürgerhaus „Matthias Kohn“ umfunktioniert. Neben dem Bürgerbüro und einem Jugendzentrum werden die übrigen Räumlichkeiten von den örtlichen Vereinen genutzt.

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Neubau der Schule in der Feldstrasse 1910 – 1912

(Heinz Bernard)

Die schulischen Verhältnisse im Jahre 1905 waren katastrophal. In den drei Schulhäusern, der Knabenschule mit einem Saal, der Mädchenschule mit zwei Sälen – beide Schulen standen vor der Kirche, auf dem Platz, wo heute das Schwesternhaus steht – und in der “Löwesschule“ in der Fraulauterner Strasse  mit vier Sälen, wurden 543 Kinder in 7 Klassen in 7 Schulsälen unterrichtet. Für jede Klasse stand je 1 Lehrer zur Verfügung, der also rund 78 Schüler zu betreuen hatte. So gesehen war die Bildung einer 8. Klasse unumgänglich. Obwohl die Gemeindeväter die Notwendigkeit eines solchen Schrittes wohl einsahen, war es ihnen wegen der finanziellen Notlage unmöglich, eine 8. Lehrerstelle einzurichten. Der Notwendigkeit eines Schulhausneubaus konnten sie sich aber nicht mehr länger verschließen. Ein geeigneter Bauplatz wurde nach langen Beratungen und Überlegungen „Hinter den Gärten“ gefunden. In seiner Sitzung  am 26. Januar 1905 beschloss der Gemeinderat, dass man zur Anlegung eines Zufahrtsweges zum Bauplatz der neuen Schule in der Feldstrasse, dann Schulstrasse genannt, heute die Stefan – Schäfer – Strasse, Grundstücksteile zu 18 Mark pro Ruthe ankaufen soll. ( 1 Ruthe = 3,76 m )

Nachdem der erste Schritt getan war, erklärte sich der Gemeinderat, an dessen Spitze der Ortsvorsteher Nikolaus Strauß stand, mit den Plänen des Kreisbaumeisters zum Bau eines zweiklassigen Schulhauses nebst Lehrerwohnung mit einem Kostenaufwand von 35 000 Mark einverstanden, wenn eine Staatsbeihilfe in Höhe der Hälfte der Baukosten bewilligt würde. Um ihren guten Willen zu zeigen, beschloss man einen Sammelfonds für den Schulhausneubau zu bilden und in den Etat von 1906 einen Betrag von 600 Mark einzusetzen.

Nachdem mittlerweile die schon längst überfällige 8. Klasse eingerichtet worden war und wie schon so oft im Wechselunterricht betreut wurde, stand die Bildung einer 9. Klasse an. Beides, die neue Klasse und der Neubau einer Schule wurde abgelehnt, „ da die Gemeinderechnung pro 1905 mit einem Fehlbetrag von 6 399, 66 Mark abschließt, zu dessen Deckung eine Anleihe von 10 000 Mark aufgenommen wurde.“

Mit der Genehmigung einer Besoldungsbeihilfe von 600 Mark stellte das Ministerium die Forderung, eine 5. Lehrerstelle zur Bildung einer 9. Klasse zum 01.02.1908 zu bewilligen. Nun waren bereits zwei Klassen ohne Schulsaal und das geplante Objekt eines zweiklassigen Schulhausbaues damit überfällig. Im Jahre 1909 kann man von einer „Erpressung“ sowohl seitens der Königlichen Regierung als auch seitens der Gemeinde reden. Die Regierung machte die Bewilligung einer Staatsbeihilfe zum Schulhausneubau abhängig von der Zusage der Gemeinde, die 10. Klasse einzurichten. Der Gemeinderat erklärte sich zur Klassenbildung nach dem Neubau und nach Übernahme der „gesamten“ Baukosten durch den Staat einverstanden.

Am 05. August des Jahres 1909 kam dann endlich die frohe Kunde, dass die Königliche Regierung  ein Gnadengeschenk in Höhe von 36 000 Mark bewilligt hat. Daraufhin rang sich dann der Gemeinderat zu dem Entschluss durch, dass mit dem Bau der Schule sofort begonnen werden soll, auch wenn der Zuschuss noch nicht eingetroffen sei.

Nun wurden Pläne entworfen, vorgelegt und wieder verworfen, bis man sich einig war über einen vierklassigen Neubau nebst Lehrerwohnung, die nach der Fertigstellung von der Familie des damaligen Schulleiters Johann Scheidt bezogen wurde.

unteres Schulgebäude nach Neubau im Jahr 1909, seit 2002 Haus Kohn 

Im Juni 1910 wurde der Startschuss für den Schulhausneubau gegeben. 1912 konnte das fertige Schulhaus bezogen werden. Die schulische Situation hatte sich dadurch normalisiert. Bei einer Einwohnerzahl von 2987 mussten 667 Schüler betreut werden. Zu ihrer Unterrichtung standen in 4 Schulhäusern 11 Säle für 11 Klassen mit einer Klassenfrequenz von rund 60 Schülern zur Verfügung. 6 Lehrer und 5 Lehrerinnen standen bereit, um die ihnen anvertrauten Schüler zu erziehen und zu unterrichten.

Dies sollte sich schon bald wieder ändern, der zweite Weltkrieg stand vor der Tür. Schulisch gesehen war die Sachlage nun genau umgekehrt: jede Klasse hatte einen Schulsaal, aber nicht mehr alle Klassen einen Lehrer. Von einem geregelten Unterrichtsbetrieb konnte wieder keine Rede sein, denn nur 2 Lehrer und 6 Lehrerinnen  waren an der Schule. Die Verhältnisse waren schlichtweg katastrophal, Unterrichtsausfall, Kurzunterricht und Wechselunterricht waren an der Tagesordnung. Aber „Gott sei Dank“ blieb das Schulhaus von jeglichen Kriegseinwirkungen verschont und diente bis zum Ende des zweiten Weltkrieges  rund zwei Generationen als Bildungs– und Erziehungsstätte. In den letzten Kriegsmonaten des zweiten Weltkrieges wurde diese Schule durch Granattreffer vollständig zerstört und brannte bis auf die Grundmauern ab.

Lehrerkollegium 1910

Name             

Vorname

Beruf

Geb´datum

Geb´ort

In Hülzw.

Greffrath

Peter

Pfarrer

***

Linz/Rhein

1907-1916

Seibert

Edmund

Kaplan

***

Herrensohr

1910-1918

Scheidt

Johann

Schulleiter

***

Filzen/Konz

1906-1920

Kiefer

Nikolaus

Lehrer

***

Saarwellingen

1900-1913

Gabriel

Jakob

Lehrer

***

Güchenbach

1902-1929

Kessler

Karl

Lehrer

 

 

1907-1924

Dax

 

Lehrer

 

Schwemling.

1909

Lange

Thekla

Lehrerin

***

Trier

1905-1951

Umbach

Maria

Lehrerin

***

Quint/Trier

1905-1919

Stein

Katharina

Lehrerin

***

Fraulautern

1909-1954

Jost

Magdalena

Lehrerin

***

Schiffweiler

1909-1925

Philippi

Maria

Lehrerin

 

Fraulautern

1911-1948

 

 

 

 

 

 

 (*** = liegt vor, jedoch aus Datenschutzgründen ausgeblendet)

 

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Schulsituation von 1945 – 1949

(Heinz Bernard)

Die beiden Schulhäuser an der Kirche erlebten im Laufe ihres hundertjährigen Bestehens eine wechselvolle Geschichte. Den ersten Krieg überstanden sie ohne Schäden. Nachdem die beiden Lehrerwohnungen nicht mehr benutzt wurden, führte man sie anderweitigen Zwecken zu. Zeitweilig dienten einige Räume zur Aufbewahrung der Requisiten der Theatervereine. In den Kriegsjahren fand die Kinderverwahrschule Unterkunft darin, der Ortsgruppenleiter richtete in ihr sein Büro ein, der Luftschutzbund hatte darin seine Leitstelle, sie diente als Zwischenlager für alle möglichen Sammelgüter und gegen Ende und nach dem Krieg wurden Notunterkünfte für ausgebombte Familien eingerichtet. Mit Wiederbeginn des Schulbetriebes am 01.10.1945 glichen beide Schulhäuser „Räuberhöhlen“. In den Nachkriegsmonaten kümmerte sich keiner um die Häuser, die düster, feucht und ungesund, mit zerstörtem Dach und zerbrochenen Fensterscheiben waren. Von dem ehemaligen Schulmobiliar war so gut wie gar nichts mehr vorhanden, da es als Brennmaterial verwandt wurde. Nachdem die beiden Schulhäuser notdürftig hergerichtet worden waren, konnten die zwei Schulsäle wieder für den Unterricht in Anspruch genommen werden.

Die „Löwesschule“  wurde im Zweiten Weltkrieg durch Artilleriebeschuss schwer beschädigt. Nach der Instandsetzung des Daches, der oberen Decken  und nach einem neuen Anstrich konnte der Unterricht in vier Sälen wieder aufgenommen werden. So hatte man 1945 für 656 Schüler in 12 Klassen  mit 6 Lehrpersonen wenigstens 5 Schulsäle. Das Problem der fehlenden Lehrkräfte war kaum zu lösen, da viele ehemalige Lehrer wegen ihrer Parteizugehörigkeit in den vergangenen Jahren bei ihrer Entnazifizierung als „politisch untragbar“ eingestuft wurden.

War in einer Schule der ehemalige Schulleiter Parteimitglied gewesen, dann musste er durch den nächst dienstältesten Nichtparteigenossen ersetzt werden. So musste in Hülzweiler die Lehrerin Maria Philippi das Amt des Schulleiters übernehmen. Nach ihrem Tode am 09.01.1948 wurde dem ehemaligen Rektor Albert Schröder die Schulleitung übertragen. Am 01.04.1949 wurde der seit 1929 in Hülzweiler amtierende Lehrer Matthias Kohn zum „Direktor der Volksschule“ ernannt.

Wiederaufbau der Schule 1949

Wegen der schlechten finanziellen Lage, in der sich unsere Gemeinde in Folge der großen Aufbauarbeiten befand, dauerte es bis zum  Jahr 1949, um die Notwendigkeit eines Schulneubaus in die Tat umzusetzen.

Am 18. Mai 1949 übertrug der Gemeinderat Hülzweiler dem Architekten Klaus Hoffmann, einem Sohn der Gemeinde, die Planung und Bauführung für den Um- und Neubau der Volksschule in der damaligen Feldstrasse. Bei der Aufstellung der außerordentlichen Baumaßnahmen des Gemeinderates für das Jahr 1950 trat nun das Schulbauprojekt an die erste Stelle. Bereits 1 Jahr später, am 26.04.1951 war die Schule bezugsbereit.

„Insgesamt wurde die neue Schule mit einem Kostenaufwand von 13 759 094 Frs.  von denen die Regierung des Saarlandes 9 000 000,- Frs. an die Gemeinde als Zuschuss gab, erbaut. Der restliche Betrag von 4 759 094,- Frs wurde aus Eigenleistungen der Gemeinde aufgebracht. Wenn auch noch vieles zu wünschen übrig bleibt, so war doch mit diesem Schulhausneubau der erste große Schritt getan, der den Hülzweiler Kindern gesunde und wohnliche Schulräume gebracht hat. Lehrpersonen und Kinder atmeten neu auf, die Schule begann wieder schön zu werden, das Lernen machte wieder Freude,“ zumal in dem schönsten und modernsten  Schulhaus im weiten Umkreis. Nachdem fünf Mädchenklassen und eine Knabenklasse mit strahlenden Augen ihr „neues Reich“ in Besitz genommen hatten, herrschte munteres Leben in allen Klassenräumen. 

Der 7. Mai 1949 war für die Gemeinde Hülzweiler ein bedeutungsvoller Tag. Das neue Schulhaus wurde unter Beteiligung vieler Gäste sowie aller Schulkinder eingeweiht.  In dem gemeinsamen Gottesdienst zu Beginn der Feierlichkeiten segnete H. H. Kaplan Martin die neuen Schulkreuze ein, die dann in einer feierlichen Prozession zur neuen Schule getragen wurden. Vor dem geschmückten Neubau überreichte der leitende Architekt Klaus Hoffmann die Schlüssel an den Bürgermeister Theobald und bedankte sich gleichzeitig für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Nachdem der Bürgermeister unter den zahlreichen Gästen u.a. Herrn Regierungsrat Herb als Vertreter des Ministers, Kreisamtmann Petry als Vertreter des Landrats, Schulart Augustin, Attaché Mr. Ficht, das Lehrerkollegium, die Mitglieder des Gemeinderates, die Vertreter des Elternbeirates sowie alle Schüler herzlich begrüßt hatte, gab er einen kurzen Rückblick über das abgeschlossene Bauvorhaben und bedankte sich beim Regierungsvertreter für die wohlwollende Unterstützung. Im Anschluss daran übergab er den Schlüssel an den amtierenden Schulleiter Herrn Matthias Kohn, der sich im Namen aller Schulkinder und des Kollegiums bei allen am Bau Beteiligten herzlich bedankte.

Lehrerkollegium 1949

Name   Vorname         Geb´datum         In Hül. seit      Klasse  Kn.    Mäd.

Kohn   Matthias          ***                    01.10.1930      7/8       64         - 

Krämer Karl                ***                    16.04.1938      5          53         -

Müller  Jakob               ***                   01.04.1948      6/7       67         -

Lange  Thekla             ***                   01.05.1905      6          -          60

Stein    Katharina          ***                  01.01.1909      7/8       -          63

Wirtz   Hans                 ***                  01.05.1948      3          27         35  

Schwinn Richard           ***                  11.08.1948      5/6       -          60

Luxenburger Alfred       ***                  01.11.1947      3/4       61          -

Reiter  Else                  ***                  01.04.1947      1          31        18

Kirsch  Peter                ***                  01.04.1948      2          39        28

Wernet  Maria              ***                  01.04.1947      4          4          52

 (*** = liegt vor, jedoch aus Datenschutzgründen ausgeblendet)

Danach segnete Herr Kaplan Martin die Räumlichkeiten und wies den Kreuzen ihre Plätze zu mit dem Wunsche, dass diese nie von unberufenen Händen entfernt werden mögen. Die zahlreichen Glückwunschadressen wurden durch den Schulchor unter Leitung von Herr Lehrer Krämer sowie einige Gedichtvorträge von Schülerinnen aufgelockert. Anschließend fand man sich zu einem gemütlichen Beisammensein im Lokal Johann Schwinn ein.

Einweihung der neuen Volksschule in der Feldstrasse in Hülzweiler

am 07. Mai 1951

Programmfolge:

1. Um 9 Uhr Schulgottesdienst mit Opfergang und Segnung der neuen Schulkreuze in der Pfarrkirche zu Hülzweiler

2. Prozession aller Schulkinder von der Kirche aus zum Schulhaus in der Feldstrasse. In der Prozession werden die eingesegneten Schulkreuze öffentlich von Schulkindern getragen

3. Schlüsselübergabe des neuen Gebäudes durch den Herrn Architekten Klaus Hoffmann an den Ortsbürgermeister Herrn Theobald, von diesem an den Schuldirektor Herr Mathias Kohn. (Kurze Ansprache der drei Herren.)

4. Lithurgische Segnung des Gebäudes durch den Pfarrverwalter H. H. Kaplan Martin. (Aufhängen der Schulkreuze in den neuen Sälen.)

5. Gedicht: Weihespruch (Christa Weber)

Kinderchor: Fughetta von E. Gebhardi „Gott sei gelobt“ Dir. H. Krämer

6. Ansprache des Geistlichen

7. Ansprachen der Regierungsvertreter

8. Gedicht: (Elfriede Leonardy)

9. Ansprache des Herrn Landrats

10. Ansprache des Herrn Schulrats: (H. Augustin)

11. Schulchor: „Vespergesang“ v. Bordniansky, Dir. H. Krämer

12. Ansprache des Schuldirektors Herr Kohn

13. Gedicht: „Schlusslied zur Schulweihe“ (Maria Bernard)

14. Gemeinsames Schlusslied: „Lobt froh den Herrn“

15. Austeilung der Brötchen an die Schulkinder

16. Besichtigung der Schule

Über eine breite Freitreppe gelangte man in den Vorraum im Erdgeschoss, von dem man aus die vier geräumigen, mit hellem Anstrich versehenen Klassenräume, die durch große Fensterflächen die größtmögliche Ausleuchtung erhielten, erreichte.

Sie waren unter modernsten Gesichtspunkten ausgestattet; um Platz für die zwei- bzw. dreisitzigen Bänke zu schaffen, waren die benötigten Schränke alle in den Wänden eingelassen, und neben den vierflächigen Klapptafeln an der Frontseite der Säle befanden sich weitere Schreibflächen an den Längswänden. Einer dieser Säle waren speziell für Filmvorführungen hergerichtet. Über eine breite, aus hellem Kunststein hergestellte Treppe gelangte man ins Obergeschoss, in dem sich zwei weitere Säle und ein Lehrmittelzimmer, das mit Schränken zur Aufnahme von Karten sowie Lehr- und Lernmitteln ausgestattet war, befanden. Ebenso befand sich hier ein Lehrerzimmer sowie das Direktionsbüro. Eine Lehrerdienstwohnung mit Küche, 4 Zimmern, Diele, Bad und Toilette war in einem Nebentrakt, vom Schulhaus getrennt, errichtet worden. Sie war über einen besonderen Eingang zu erreichen und wurde nach Fertigstellung von dem Schulleiter, dem Direktor der Volksschule Herr Matthias Kohn mit seiner Familie bezogen, der darin bis Anfang Juni 1964 wohnte. Im Kellergeschoss befand sich neben der hochmodernen Zentralheizungsanlage ein Schul- und Gemeindebad. Im ersteren war eine geräumige Umkleidekabine und ein großer Baderaum mit 24 Brausen eingerichtet. Nach einem bestimmten Plan hatten hier alle Klassen mit ihren Lehrpersonen Gelegenheit, wöchentlich zu brausen. Über einen Warteraum nebst vier Wannen- und drei Brausebädern verfügte das Gemeindebad, eine Einrichtung, die ein Segen für die ganze Gemeinde war. 4,5

Wenn der Rektor der Schule Herr Kohn bei der Einweihungsfeier des achtklassigen Schulgebäudes der mittleren Schule 1953 glaubte, dass die nunmehr 14 Klassenräume – die alten Schulen waren geschlossen worden – für die nächsten 50 bis 100 Jahre ausreichen würden, so hatte er sich gewaltig getäuscht.

Mit Beginn des Schuljahres 1965/66 wurde das bestehende Lehrerzimmer sowie der Büroraum des Rektors der „unteren Schule“ zu einem weiteren   Klassenraum umgebaut, da man für 17 Klassen nur 14 Schulsäle hatte. Eine kleine Klasse musste als „Wanderklasse“ von Unterrichtsstunde zu Unterrichtsstunde in einen anderen Klassenraum. Eine weitere Klasse wurde im Pfarrsaal unterrichtet. 1

Die Dienstwohnung, die in den letzten Jahren von Rektor Herr Karl Wilhelm bis 1982 bewohnt war, wurde 1983 umgebaut, um dann am 11.07.1986 als Seniorenbegegnungsstätte des Pensionärvereins eingeweiht zu werden.  

Mit Ende des Schuljahres 1986/87 kam dann auch das Aus für die Schule in der Feldstrasse. Die Räumlichkeiten wurden anderweitig benutz, so vom 01.12.1987 bis zum 30.11.1989 von der Seminargesellschaft für die Förderung der Gewerblichen Wirtschaft.

Vom 01.01.1988 bis zum 31.12.1991 mietete sich die Gesellschaft für Unfall- und Schadensforschung ein, und vom Juni 1992 bis zum Juli 1994 diente die ehemalige Schule der Unterbringung von Asylbewerbern. Da es im Schuljahr 1994 wieder wie so oft in Hülzweiler an Schulsälen mangelte, richtete man wieder 2 Säle in der „Unteren Schule“ ein, die dann auch für zwei Schuljahre benutzt wurden. Nachdem die Asylbewerber anderweitig Unterkunft fanden, belegte das „Deutsche Rote Kreuz“ vom 01.10.1994 bis 01.06. 1997 zwei Säle als Schulungsräume, bis es dann in sein eigenes DRK-Heim umzog. Ebenso fand „Treff 81“ und der Karnevalsverein „Die Bollen“ e.V. im Jahre 1994 eine neue Heimstatt. In den folgenden Jahren zogen dann am 05.12.1996 der Kneipverein, am 19.03.1997 die Volksbühne und der Schachverein, am 19.08.1997 die italienische Folkloregruppe „Trianacria“ und am 24.03.2000 „Jung und Sing“ in die alte Schule ein, die mit Fug und Recht als Haus der Vereine genannt wird.

Sanierung im Jahre 2002

Im Jahre 2002, im Jahr ihres 90-jährigen Bestehens, wurde sie nun zweckentsprechend umgebaut und beherbergt  jetzt auch das neu eingerichtete Bürgerbüro  Hülzweiler. Umfangreiche Dienstleistungen der Gemeinde Schwalbach werden künftig hier angeboten, die den Bürgerinnen und Bürgern den Weg zum Rathaus Schwalbach ersparen.

Die übrigen Räume stehen für Vereinsaktivitäten und die Jugendarbeit der Gemeinde zur Verfügung.

Die Umbaumaßnahmen haben rund 300.000 Euro gekostet. Sie wurden über den Haushalt der Gemeinde Schwalbach finanziert.

Zeittafel der Schule in der „Feldstrasse“

August 1910 Planung einer vierklassigen Schule

1910 – 1912 Bau der neuen Schule

1944             völlige Zerstörung der Schule durch Kriegseinwirkungen

18.05.1949   Planungsauftrag für den Um- bzw. Neubau der „Untersten Schule“ in

                     der damaligen Schulstraße, ehemals Feldstraße, heute Stephan –

                     Schäfer -  Straße

1950             Baubeginn

1951             Fertigstellung des Schulbaus: 6 Klassenräume, 1 Lehrerzimmer,   

                     1 Konferenzraum, 1 Büro, 1 Dienstwohnung mit Küche Bad, 

                     4 Zimmer, Diele, Toilette, 1 Volksbad und Schülerbad                

07.05.1951    Einweihung der neuen Schule

Herbst 1987   Einstellung des Schulbetriebs

Ab 01.12.87   Benutzung durch Privatgesellschaften und Vereine der Gemeinde.

2002             Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes -

                    Bürgerhaus - Matthias Kohn

   

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